Nachtrag:

Ich habe es vor wenigen Minuten live im TV gesehen:

Unser Wirtschaftsminister hat die Frage verneint, ob eventuelle Kaufprämien für Autos an deren Umweltfreundlichkeit gekoppelt werden sollten. Er sieht die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie als vorrangiges Gut.

Ich wiederhole mich: Da ist etwas nicht verstanden worden.

Auf den wichtigen Diskussions-Beitrag, dass man darauf achten müsse, mit all dem Geld nicht alte Strukturen zu “retten” reagiert Maischberger mit dem Wechsel zum Thema “Fußball”.

Danke, das reicht!

Corona und die Autos

Ich bin ein prototypischer Vertreter der Auto-Generation. Seit meinem 18. Geburtstag besaß ich jeden einzelnen Tag meines Lebens einen eigenen PKW. Bis heute – und vermutlich noch eine Weile (je nach meiner Lebensdauer und Gesundheit).

Aber in diesen (fast 50) Jahren hat sich die Welt verändert. Das Auto ist von einem Wohlstands-, Status- und Kultsymbol zu einem – für viele noch – notwendigen Übel geworden. PS-Protze und SUVs werden von aufgeklärten, umwelt- und klimabewussten Menschen inzwischen als Dinosaurier betrachtet – kurz vor dem Aussterben.

Dann kommt Corona und der Auto-Absatz geht in die Knie. Wie ein Großteil der Wirtschaft. Und was schlagen die Konzernherren vor: Kaufanreize durch Prämien vom Staat, also vom Steuerzahler. Damit alles so bleiben kann, wie es war. Schnell noch ein paar Hunderttausend fahrtüchtige Autos entsorgen, damit noch auf den letzten Drücker die alte Technologie verkauft werden kann. Deutschland einig Autoland!

Nein, ich will nicht, dass VW, Daimler, BMW und Konsorten Pleite gehen. Ich halte es für legitim, dass innovative, zukunftssichere Verkehrssysteme auch staatlich gefördert werden. Davon sollen gerne auch die Auto-Konzerne und vor allem ihre Beschäftigten profitieren. Aber zielgerichtet!

Haben wir es nicht beim Bergbau alle erlebt: Jahrzehntelange Subventionen haben einen als systemrelevant und identitätsstiftend erklärten Wirtschaftszweig künstlich am Leben erhalten und dadurch die sowieso unvermeidbare Umstellung nur unnötig hinausgeschoben und verteuert. Alternative Energiekonzepte gab es schon in den 70iger und 80iger Jahren. Aber es ging ja um die Kumpels!

Wir müssen aufpassen, dass die Auto-Beschäftigten nicht die Kumpels von morgen werden. Wenn wir mit Hilfe von staatlichen Subventionen so tun, als ob die alte Auto-Welt mit ihrer alten Auto-Logik weiter funktionieren könnte – dann verschieben wir die notwendigen Anpassungen und Umsteuerungen. Mal wieder, weil wir nur an die Arbeitsplätze von heute, nicht aber an die von morgen denken.

Wir werden in 20 Jahren keine Auto-Städte mehr haben wollen und können. Wir brauchen eine nachhaltige Mobilität. Schrittweise, natürlich. Aber schrittweise darf nicht heißen, dass man undifferenziert in das bisherige System hineininvestiert.
Jeder Anreiz muss ein Nachhaltigkeits-Anreiz sein – alles andere wäre nicht zu verantworten.

Was wir brauchen sind kleinere, leichtere, sauberere Fahrzeuge. Was wir brauchen sind moderne öffentliche Transportsyssteme – gerne auch gebaut von Daimler und Co.
Es kann doch nicht sein, dass im Jahr 2020 Prämien dafür gezahlt werden, dass sich – sowieso recht wohlhabende – Menschen Autos mit 200 PS oder mehr kaufen.

Hat da jemand was nicht verstanden?

Ein grüner Sarrazin?

Jetzt ist der – schon mehrfach als leicht provokativ aufgefallene – Tübinger OB, Boris Palmer, endgültig zum Problem-Grünen geworden.
Er hat an einem Tabu gerüttelt, an dem sonst eher von ganz anderer Seite gekratzt wird. Er wollte wohl mit seinem ungeschickten – aber sachlich nicht falschen – Satz (“Wir retten möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären”) darauf aufmerksam machen, dass die Rettung von individuellen Menschenleben nicht in allen Fällen um jeden Preis alleine Richtschnur für das Handeln ganzer Gesellschaften sein kann. So wie es unser Bundestagspräsident Schäuble etwas staatstragender auch angedeutet hatte.

Darf so etwas ein GRÜNER sagen? Muss er deswegen ausgegrenzt werden?

Ich habe vor einiger Zeit hier auf diesem Blog schon mal in diese Richtung gedacht. Im Zusammenhang mit der Frage, ob denn wirklich jeder sehr alte und/oder sehr kranke Mensch sich so einer extrem belastenden und risikoreichen Behandlungsprozedur aussetzen will (vielleicht tatsächlich mit dem maximalen Gewinn von ein paar Lebensmonaten). Insbesondere, wenn die Behandlungsplätze tatsächlich mal knapp werden sollten.

Darf man darauf aufmerksam machen, dass unsere Gesellschaft auch an anderen Punkten ja nicht ALLES tut, um jedes nur mögliche Leben zu retten. Wir stationieren nicht alle 300 Meter einen Notarztwagen, um auf Herzinfarkte oder Schlaganfälle innerhalb von zwei Minuten optimal reagieren zu können. Wir haben uns gerade dagegen entschieden, das Organspenden zum Regelfall zu erklären (obwohl das ganz sicher konkrete Leben gerettet hätte und dazu noch weitgehend kostenfrei). Und natürlich tun wir auch nicht ALLES Denkbare, um Corona-Infektionen zu vermeiden – obwohl das Menschenleben kostet.

Warum darf ein GRÜNER dazu keine Fragen stellen oder Diskussionen anstoßen?
Geht es darum, dass tatsächlich unhaltbare (menschen-verachtende) Dinge gesagt werden oder geht es darum, für mögliche Angriffe durch Medien oder den politischen Gegner keine Angriffsfläche zu bieten?

Ich habe mich mit Boris Palmer nicht intensiv beschäftigt. Vielleicht gibt es ja andere gute Gründe, ihn zu kritisieren. Aber im Moment erscheint mir seine kategorische Verurteilung ein wenig übertrieben.

Worauf soll man hoffen?

Es mehren sich die Betrachtungen, die über den Tellerrand der nächsten Wochen oder Monate hinausgehen: Was wird sich vielleicht langfristig ändern durch die Corona-Krise? Schlaue Menschen stellen Prognosen an über alle möglichen Aspekte des Daseins, z.B. hinsichtlich einer möglichen Neubesinnung auf Solidarität und Empathie.
Mir geht es gerade mal um die Wirtschaft und uns Konsumenten.
Meine dazu kreisenden Gedanken sind durch einen aktuellen Essay auf ZEIT-online konkretisiert worden.

Es gibt ernst zunehmende Vermutungen, dass sich aus der erzwungenen Konsumpause der letzten Wochen eine längerfristige Veränderung des Kaufverhaltens entwickeln könnte. Das unfreiwillige Innehalten könnte einen Automatismus unterbrochen haben, der für einen großen Teil der Bevölkerung bisher handlungsbestimmend war: Kaufen und Konsumieren war das “natürliche” Ziel des Lebens, die Belohnung für den Arbeitseinsatz, die Erfüllung der Bedürfnisse, die Teilhabe an den gesellschaftlichen Glücksversprechen und – nicht zuletzt – die Aufwertung der eigenen Identität, stellvertretend durch die erworbenen Produkte oder gekauften Events.

Wenn es plötzlich ohne all das geht – weil es gehen muss – könnte etwas entstehen, dass über Irritation und Entzugssymptome hinausgeht: eine Nachdenklichkeit, ein Zweifel, eine Umbewertung von Prioritäten.
Sicher nicht bei allen! Viele stehen schon in den Startlöchern, um den verschobenen Konsum möglichst rasch nachzuholen. Für Schnäppchenjäger stehen rosige Zeiten bevor! Kaufanreize und Steuervorteile werden locken!
Aber es würde ja reichen, wenn nur eine relevante Minderheit ins Stocken käme. Weil bestimmte materielle Dinge auf einmal nicht mehr so unwiderstehlich bedeutsam erscheinen. Weil man auf einmal etwas anderes in sich spüren konnte – andere Sehnsüchte, andere Empfindungen, andere Gedanken. Einfach, weil mal Platz dafür war. Weil ein bestimmtes Gespräch geführt wurde. Weil man mal in die überquellenden Schränke geschaut hat, wo all das Zeug lagert, was mal so unverzichtbar erschien.

Soll man das hoffen? Darf man sich sogar wünschen, dass sich ein gewisser Teil des Konsum-Hamsterrades in Zukunft verlangsamt oder sogar stehenbleibt. Ist das nicht genau das, was uns die Experten als Grundlage für den Übergang in eine nachhaltige Welt ans Herz und an den Verstand gelegt haben?
Stehen wir vor einer großen Chance? Ist gerade – aus Versehen – der erste Schritt erfolgt?

Und dann wird es plötzlich schwierig und widersprüchlich:
Beruht nicht all das, was wir im Moment – so überaus beeindruckend für die ganze Welt – zur Krisenbewältigung auffahren können, genau auf diesem “alten” Wirtschaftsmodell? Sind nicht alle Hilfspakete und Entschuldungsprognosen daraufhin ausgerichtet, dass der “Rubel” sobald wie möglich wieder rollt, und zwar ungebremst und ungehemmt? Muss dieser – im Moment so omnipotent wirkende – Sozialstaat nicht ganz dringend und durch uns alle wieder aufgepäppelt werden? Auch um für eine nächste Bedrohung gewappnet zu sein?
Müssen wir uns nicht deshalb – zwangsläufg und alternativlos – wünschen, dass ganz schnell auch wieder ganz viel überflüssiges und Ressourcen vernichtendes buntes Glitzerzeug gekauft wird? Sollte da nicht jede/r mitmachen? Brauchen wir Patenschaften für die Urlaubs-Flieger, die jetzt traurig auf den Flugplätzen stehen? Sollten wir nicht jeden Tag mindestens eine Stunde mit unseren Autos im Kreis herumfahren, damit die Öltanks nicht überlaufen und die Energiewirtschaft nicht kollabiert? Damit die Staaten, die von den Ölverkäufen abhängig sind, weiter unsere Produkte kaufen und bezahlen können?
Wenn der Export wegbricht – müssen wir dann nicht erst recht kaufen wie die Weltmeister?

Für mich wäre das eine extrem frustrierende und trostlose Aussicht.
Und doch sind die Zwänge und Abhängigkeiten extrem hoch. Das ist kein System, aus dem man mal so eben aussteigen kann und trotzdem weiter darauf hoffen kann, dass Sozialversicherungen und Renten wie von selbst weiter funktionieren.
Ohne florierende Wirtschaft wären wir ganz schnell kein Sozialstaat mehr – selbst wenn die LINKE die absolute Mehrheit hätte!

Also alles beim Alten lassen? Sind Modelle von einer anderen Wirtschaft nur etwas für Utopisten? Ich glaube das nicht!
Ich glaube an die Möglichkeit, schrittweise umzusteuern. Ich sehe die Chance, ab sofort bei jeder(!) Entscheidung über Hilfsgelder, Kredite und Investitionen die Nachhaltigkeits-Ziele mitzudenken.
Der Staat gibt gerade unglaubliche Mengen an Geld aus. Mehr als niemals zuvor. Ganz sicher wird nicht alles nur in “grüne” Projekte fließen können; das wäre naiv und unrealistisch. Aber was man erwarten und verlangen kann: Bitte kein kostbares Kapital mehr in “alte” Technologien! Finanziert die Erneuerung! So viel Einfluss werdet ihr Politiker so schnell nicht wieder bekommen!

Ja, wir werden nur ganz langsam aus der Wachstums-Falle herauskommen. Der erste Schritt wird ein “qualitatives”, ein “grünes”, ein “klimaneutrales” Wachstum sein.
Die grundsätzliche Umgestaltung des Systems von Besteuerung und Sozialversicherung muss allerdings parallel schon konzipiert werden. Wir werden es sicher schon innerhalb der nächsten 10 – 20 Jahre brauchen.

Ich bin ein Freund von Experten. Ich mag auch die Virologen und Epidemiologen, die in den letzten Wochen so wichtig waren.
Ich wünsche mir, dass die Politik mit einer vergleichbaren Konsequenz auf die Klimawissenschaftler und die zukunftsorientierten Soziologen und Volkswirtschaftler hört: Jeder denkende Mensch weiß, dass der gesellschaftliche Reichtum in 20 Jahren ganz anders als heute geschaffen wird und verteilt werden muss.

Wir brauchen nicht nur Milliarden für die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten. Wir brauchen dringend die Entwicklung und Erprobung alternativer Wirtschaftskonzepte.
Damit es in Zukunft nicht mehr heißt: “Jetzt ab in die Kaufhäuser und Elektronikmärkte, damit wir wieder auf die Beine kommen!”

28.04.2020

Corona-Zwischenstand

Mich überzeugt nicht, dass wir Lockerungen brauchen, die dazu führen, dass die Intensivbetten möglichst voll ausgelastete werden.
Das ist deshalb keine Lösung, weil diese schweren Verläufe eben dann nicht zu einer relativ sicheren Heilung führen, sondern mit erheblichen Todesraten und schwerwiegenden Spätfolgen verbunden wären.

Mich überzeugt eher, dass wir versuchen sollten, die Infektionsrate soweit zu senken (R<0,5; Neuinfektionen<400 Fälle pro Tag), dass die einzelnen Infektionsketten jeweils lokal nachvollzogen werden können.
Wäre das einmal geschafft, würden alle (Wirtschaft, Familien, Gesundheitssystem) davon profitieren.

Also: Ganz viel testen, schnell her mit der App und ansonsten noch etwas Geduld!

(In der heutige LANZ-Sendung ist das in den ersten 20 Minuten gut nachzuverfolgen).

25.04.2020

Der Corona-Podcast von Christian Drosten

Natürlich wusste ich seit Wochen, dass es diesen Podcast gibt. Seltsamerweise habe ich mir aber bisher nicht die Zeit genommen, ihn auch in Ruhe zu hören. Das erschien mir zu langwierig zu sein. Stattdessen las ich täglich viele Einzelartikel auf ZEIT- und SPIEGEL-online und schaute in diverse Talkshows hinein.

Heute habe ich dann endlich mal angefangen, mit Nr. 35.
Sehr informativ, topaktuell, gründlich und verständlich.
So will ich das!

Habe dann bei der Gelegenheit erfahren, dass es den Podcast ab sofort nur noch zweimal pro Woche geben wird. Das ist auf jeden Fall realistisch. Ich werde sicher keine Folge mehr verpassen. Die Nr. 34 habe ich inzwischen auch schon gehört (man kann es ja auch rückwärts abarbeiten).
Die einfachste Zugangs-Möglichkeit ist die “ARD-Audiothek“, die man sich am besten sowieso aufs Smartphone lädt. Dort kann man unglaublich viele interessante Beiträge (z.B. Kultursendungen und Hörspiele) hören und auch regelmäßige Podcasts abonnieren.
Man findet Drosten aber auch direkt beim NDR.

22.04.2020

Wir brauchen die Corona-APP

Die ersten Tage der “Normalisierung” zeigen es überdeutlich: Die Disziplin lässt nach, die Menschen werden leichtsinnig, sie unterschätzen die – noch lange weiter bestehenden – Risiken.

Wir müssen also dringend alle Möglichkeiten nutzen, mit denen wir die beiden Faktoren “Hygiene” und “Abstand” ergänzen können. Die Masken haben sich schon weitgehend durchgesetzt; was fehlt ist die APP.

Wie es in Deutschland nicht anders sein kann: Die rasche Umsetzung scheitert offensichtlich an unterschiedlichen Vorstellungen zum Datenschutz.

Ich kann es – ehrlich gesagt – kaum ertragen!
Auf der einen Seite werden – angesichts einer “echten” Notsituation – die angesammelten Reserven unserer Volkswirtschaft in 100-Milliarden-Paketen rausgehauen, auf der anderen Seite diskutieren schlaue und prinzipientreue Datenschützer darüber, ob nicht doch ein theoretisches Restrisiko bestehen könnte, dass einmal installierte Softwarestrukturen später mal zur Totalüberwachung durch den Staat missbraucht werden könnten.

Ich schlage vor, später mal auszurechnen, was uns diese Verzögerung letztlich am Ende gekostet hat.
Ob dann der Datenschutz noch so beliebt sein wird…..

21.04.2020

Verkehrte Welt

Heute war es dann soweit: Das erste mal in der Geschichte gab es einen negativen Preis für Öl: Wer einen Barrel Öl abnahm, bekam noch 13,40 Dollar dazu!

Das lässt natürlich meine Fantasien schweifen: Ab welcher Zuzahlungs-Summe wäre ich denn beispielsweise bereit, einen Porsche zu “erwerben”? Wie wäre es dann mit der Sonderausstattung? Könnte man damit die Kaufprämie noch erhöhen? Wäre es lohnend, verschiedene Händler gegeneinander auszuspielen? Wer bietet am meisten?

Natürlich stelle sich auch die Frage nach dem Wiederverkaufs-Verlust, wenn man ihn mal loswerden möchte: Es könnte ja sein, dass man beim Weiterverkauf des Gebrauchten noch mehr oben drauf legen müsste als man selbst beim Neukauf bekommen hat. Das wäre dann ein echtes Verlustgeschäft.

Es gibt immer so viel zu bedenken. Ich lass es doch wohl besser sein…

20.04.2020

Parallelwelten

Ich habe es in einigen Beiträgen schon angedeutet; heute ist es mir nochmal ganz klar geworden: Wir werden uns alle daran gewöhnen müssen, noch etliche Monate in zwei (vielleicht auch mehreren) Parallelwelten zu leben.

Nachdem einige Wochen unser Alltag dadurch bestimmt war, dass einige relativ klare Einschränkungen für fast alle Bereiche der Gesellschaft galten, wurde in dieser Woche eine zweite Phase eingeläutet: Die allmähliche Rückkehr in eine neue Normalität.

Mit einem Schlag wurde damit nicht nur die Situation deutlich unübersichtlicher; es begannen auch sofort eine vielstimmige Diskussion über angeblich falsche Entscheidungen – weil die Lockerung der Regelungen entweder zu schnell oder zu langsam erfolgen.

Schaute man auf diesem Hintergrund gestern bei Anne Will und heute bei Plasberg rein, wurde eines sehr schnell deutlich:
Es gibt die eine Welt, in der die Rückkehr zum normalen Leben und Wirtschaften nur noch durch überängstliche Virologen und sich autokratisch gebärdende Politiker gebremst wird.
Und es gibt die andere Welt, in der wir vielleicht bis ins übernächste(!) Jahr mit durchgreifenden Einschränkungen rechnen müssen (z.B. bzgl. der Kinderbetreuung in KITAS und Schulen) und in der möglicherweise eingeleitete Lockerungen wieder zurückgenommen werden müssen.

Diese beiden Realitäten wird es – so vermute ich sehr stark – nicht nur in der Politik und in den Medien geben. Jede/r von uns wird zwischen den beiden Polen hin- und herpendeln, manche von uns vielleicht mehrfach täglich – je nachdem in welchem Setting und in welcher Stimmung wir uns gerade befinden.

Aber das ist nur der eine Teil der Story, sozusagen der nationale.
Daneben wird es aus vielen Teilen der Welt (so wie gestern aus Südafrika und vor einigen Tagen aus Indien) noch eine geraume Zeit Meldungen geben, die uns immer wieder fassungslos und hilflos machen werden. Die Konfrontation mit der schreienden Ungleichverteilung von Lebensbedingungen und Ressourcen löst offenbar unter den Corona-Bedingungen etwas Besonderes aus: Zwar wissen wir im Prinzip alle, wie unglaublich privilegiert wir hier alle vergleichsweise leben (ja: alle!); aber die Unmittelbarkeit und Anschaulichkeit der Auswirkungen dieses globalen Ereignisses bringt es jetzt wirklich auf den Punkt!
Auf einmal steht die ganze Welt gleichzeitig vor der gleichen Herausforderung – und die Risiken und Bewältigungschancen unterscheiden sich wie Tag und Nacht!
Die Parallelwelten lassen grüßen!

Es gibt noch eine weitere Parallelwelt; die heißt Trump und spielt sich in den USA ab.
Ich will mich dazu hier nicht äußern, aber auf einen wirklich lesenswerten Artikel aus ZEIT-online verweisen. Es ist ein etwas längerer Text, aber er ist sehr informativ. Ich empfehle in sehr!

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