22.01.2020

Angeblich sind ja die öffentlich-rechtlichen Fersehsender alle links-grün unterwandert.

Wer das denkt oder behauptet, sollte mal in die heutige Maischberger-Sendung reinschauen.

Für mich war es schwer auszuhalten, dass man dort Greta auf eine Stufe mit Trump gestellt hat (“beide extrem”). Und dann kritisiert man Habeck, weil er Trumps Rede als “Desaster” bezeichnet hat.

Habe dann ausgeschaltet. Man möge mich bitte mit dem Thema “rot-grüne Meinungsmache” eine Weile in Ruhe lassen…

21.01.2020

Welch eine Szenerie: Davos im Januar 2020!

Wenn man die Gegenfigur zu Greta schaffen müsste, würde man Trump erfinden. Wollte man den Anti-Trump kreieren, käme wohl Greta dabei heraus.

Zwei Weltsichten. Zwei Manifestationen von Menschsein. Mehr Kontrast geht kaum!

Ich kann inzwischen auf ca. 50 Jahre bewusstes politisches Denken zurückblicken. Nur selten war es so eindeutig, für welche Seite sich Herz und Verstand entscheiden.

20.01.2020

“Die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft werden optimistischer gesehen.”

So eine Meldung des Tages.

Stimmt das noch? Passt das noch? Darf man die Begriffe “Wachstum” und “optimistisch” noch in einem Satz benutzen? Wird man nicht in wenigen Jahren über so eine blauäugige Wachstumsorientierung den Kopf schütteln?

Ich weiß es nicht genau. Aber ich habe so eine Ahnung….

19.01.2020

Mal wieder etwas Neues!
Ein Tipp von meinem Sohn, den ich sofort umgesetzt habe.

Es gibt eine Plattform für Bücher-Fans, die sich von “normalen” Buch-Shops unterscheidet: www.mojoreads.de.

Der Clou: Dort werden Leser, die ihre Lieblingsbücher bewerten und/oder rezensieren mit “Punkten” (Credits) belohnt. Es gibt sogar eine kleine Umsatzbeteiligung, wenn jemand anderes aufgrund einer solchen Bewertung das Buch bestellt.

Das Ganze ist an dem Gedanken der Gemeinwohl-Wirtschaft orientiert. Es wird ein deutlich anderes Umfeld als bei Amazon geboten; das ist sehr angenehm.
Die Leute, die dort posten, haben wohl einfach eine intensivere Beziehung zu Büchern.
Und da es eine kleinere Community ist, wird man mit dem, was man schreibt, auch wahrgenommen.

Ich habe inzwischen einige Rezensionen aus meinem Blog dorthin übertragen. Vielleicht schaut ihr mal rein.
(Der Link funktioniert wohl nur am PC richtig; für Tablet oder Smartphone braucht man vorher die mojoreads-APP).

18.01.2020

Ausprobieren ist ja wirklich reizvoll: Man kann entscheiden, ob die neue Sache zu einem passt und man kann – auch bei einer klaren Verneinung – immer noch sinnvoll mitreden.

Heute Nacht war der E-Scooter dran. Die letzte Bahn war schon weg, der Fußweg erschien etwas zu weit, das Auto war schon zu Hause.
Was macht der moderne Rentner: Er lädt die LIME-App runter, meldet sich an, zahlt über PayPal 5 Euro auf ein Prepaid-Konto und macht sich mit der geöffneten App auf die Suche nach dem nächsten angezeigten Fahrzeug.

Nun gut. Es herrschten erschwerte Bedingungen. Dunkel, kalt und ungemütlich. Keine Erfahrung oder Vorinformationen. Es hakte etwas. Eine erfahrene Userin kam mir zu Hilfe (das mag für andere Menschen in meinem Alter normal sein – für mich ist es nicht identitätskompatibel).
Ich fuhr voll konzentriert. Es fühlte sich extrem unkomfortabel an, hart und ruckelig. Aber ich kam zu Hause an. Noch hatte ich einen kleinen zeitlichen Vorspruch gegenüber dem Fußmarsch…

Kapiert hatte ich schon, dass ich mich elektronisch abmelden musste.
Das ging aber leider nicht. Weil ich – ohne es zu ahnen – die vorgesehene Nutzungszone verlassen hatte.
Was tun? Es war immer noch dunkel, kalt und ungemütlich.
Ich fuhr zurück in die erlaubte Zone. Es handelte sich um mehr als die Hälfte der Strecke, die ich insgesamt zurückgelegt hatte.

Das Parken und Abmelden funktionierte dann ganz gut. Ich sollte noch ein Foto machen – zum Beweis, dass ich vernünftig geparkt hatte. Fotos machen kann ich.

Ich brauchte dann nur noch nach Hause laufen. Am Ende war mir dann auch warm.
Von den 5 Euro waren 4,20 € verbraucht. Wegen der ganzen Hin- und Herfahrerei.
Ich war dann etwas 30 Minuten später zu Hause als bei einem ganz normalen Fußmarsch. Aber um eine Erfahrung (Wortspiel!) reicher.
Die 80 Cent lasse ich verfallen. Die App wird gelöscht.
Goodbye, schöne neue E-Scooter-Welt!

16.01.2020

Heute ging es um eine neue Regelung zu Organspenden. In unserem Parlament wurde intensiv und engagiert diskutiert. So weit, so gut.

Über das Ergebnis bin ich enttäuscht. Die unterlegene “Widerspruchslösung” hätte aus meiner Sicht viele Vorteile gehabt. Der Haupteffekt wäre natürlich die Steigerung der Zahl der Spenderorgane gewesen. Aber auch das gesellschaftliche Signal hätte Bedeutung gehabt: Eine “Selbstverständlich der Solidarität” hätte Ausdruck gewinnen können. Normal wäre die Hilfe für ansonsten Todgeweihte gewesen; der Wunsch, sich von dieser Regel zu befreien, hätte einer Aktivität bedurft. Das wäre für mich menschlich und logisch gewesen.

Immerhin hat es der Minister Spahn versucht. Respekt!

15.01.2020

Es sind sehr grundsätzliche Einstellungen und Bewertungen, die sich in den letzten Monaten und Jahren gewandelt haben. Manches, was noch vor kurzer Zeit selbstverständlich war, löst heute Kopfschütteln oder sogar Wut oder Fassungslosigkeit aus. Sehe ich heute rauchende Schlote von Kohlekraftwerken oder riesige Öltanker, kommt mir das geradezu pervers vor. Wie konnte man – so frage ich mich – diese Bilder einmal kritiklos als willkommenen Ausdruck wirtschaftlicher Prosperität interpretieren? Bestimmte Weltsichten sind wohl für alle Zeiten verloren gegangen. Hoffentlich nicht zu spät….

14.01.2020

Manchmal (ver)zweifelt man dann doch an den Menschen und ihren abstrusen Ideen. Z.B. an den Auswüchsen des Gender-Wahnsinns.

Da wird jetzt in bestimmten Kreisen (ernsthaft) darüber diskutiert, ob man öffentlich sagen darf, das Geschlechter-Unterschiede eine reale biologische Grundlage haben (und eben nicht nur oder überwiegend soziale und kulturelle Konstruktionen sind).

Die Harry-Potter-Autorin ROWLING steht deshalb seit einigen Wochen unter Beschuss einer bestimmten Gender-Szene. Sie sagte oder schrieb: “Sex is real”.

Wie abgedreht sowas diskutiert werden kann, kann man hier nachlesen. Ich bin über diese Sichtweise einfach nur fassungslos….

13.01.2020

Im Iran drücken sehr mutige Menschen ihren Protest gegen das erzreaktionäre Mullah-Regime unter Einsatz ihres Lebens aus.
Was tut Trump: Er twittert seine Unterstützung in der Landessprache Farsi.

Ein tolles Geschenk für die Mullahs! So können sie wunderbar behaupten, dass der Protest vom Ausland ferngesteuert ist und nur den Feinden des Staates nützt.

Das ist Trump im Zweifelsfall egal. Es bringt Punkte im Wahlkampf und lenkt von anderen Themen ab.

12.01.2020

Habe mich heute über die ZEIT geärgert. In einem längeren Artikel erfolgte eine “Analyse” der Politik von Macron. Diese sei eindeutig und in einem verwerflichen Umfang arbeitnehmerfeindlich und ausschließlich an den Interessen der Wirtschaft und der Reichen ausgerichtet.

Nun bin ich kein Fachmann für französische Sozialpolitik, zugegeben. Aber ich kann es im Jahre 2020 nicht mehr gut ertragen, wenn reflexartig und undifferenziert jede Korrektur auch an unlogischen, nicht mehr zeitgemäßen oder auf Dauer unfinanzierbaren Regelungen nur deshalb in Bausch und Bogen verdammt wird, weil irgendeine Gruppe von Arbeitnehmern oder Rentnern betroffen ist.

Wer zwanghaft jede Maßnahme ablehnt, die Privilegien von normalen Menschen (also nicht Reichen) betrifft und sie prinzipiell mit dem Kampfbegriff “Sozialabbau” (oder “FDP-Politik”) versieht, ist für mich im Scheuklappen-Denken des 19. Jahrhunderts stecken geblieben.

Ja, es kann auch ungerechtfertigte und dysfunktionale Regelungen für ärmere Gruppen geben. Es gibt sicher auch in Einzelfällen Überregulation und Überversorgung. Es gibt auch in unteren Schichten Egoismus und Schmarotzertum. Nicht jede Form von Transfer und Umverteilung ist unter allen Bedingungen sinnvoll, gerecht und logisch. Diese “alte” linke Sichtweise finde ich nicht mehr zeitgemäß.

Eine moderne linke Politik würde für mich bedeuten, dass es weniger um das Umverteilen von privatem Geld geht, sondern dass stattdessen der Staat für eine sehr gute öffentliche Infrastruktur in allen Bereichen sorgt. Bei Bildung, Gesundheit, Umweltschutz, Familienhilfen, Kultur, Verkehr, menschenfreundlichen Städten, usw.

Dafür darf er gerne noch stärker auf das Geld (sehr) reicher Leute zugreifen: durch eine vernünftige Vermögenssteuer, durch eine deutlich verschärfte Erbschaftssteuer und durch ausreichend Personal im Bereich Steuerprüfung und -fahndung.

Dafür gehe auch ich gerne mal auf die Straße. Aber mit Sicherheit ohne gelbe Weste oder rote Fahne.