“Ich bin Greta” – Ein Film von Nathan Grossmann (ARD-Mediathek)

Bewertung: 4.5 von 5.

Man muss kein bedingungsloser Greta-Fan oder gar selbst ein FfF-Aktivist sein, um das Anschauen dieses Dokumentarfilmes als eine lohnende Zeit-Investition zu erleben.
Als Motivation könnten eine ganze Reihe von Gründen dienen; z.B.:
– der Wunsch, das zeitgeschichtliche Phänomen dieser wohl größten Jugendbewegung aller Zeiten zu verstehen,
– das Interesse an der Person Greta, einem sensiblen, verletzlichen und gleichzeitig ungeheuer starken Mädchen,
– die psychologische Neugier, woher dieses Mädchen die schier endlose Energie, Kraft und Leidenschaft für ihre Mission zieht.

Zu sehen ist kein Klima-Film: Es gibt keine Fakten, keine Aufklärung und keine Propaganda. Es geht auch nicht um eine systematische Analyse der familiären und gesundheitlichen Bedingungen, die Greta geprägt haben. Die Strukturen der Fridays-Bewegung werden nicht analysiert, deren Widerhall in Öffentlichkeit und Medien nur kurz gestreift.

Der Film zeigt den Menschen Greta aus einer durch und durch persönlichen Perspektive – ausschließlich im O-Ton. Da gibt es keine erklärenden Begleitkommentare, niemand ordnet ein oder bewertet.
Dafür hat man durch diese Bilder die Chance, den Weg Gretas vom einsamen Sitzstreik vor dem Schwedischen Parlament bis in die Vollversammlung der UN hautnah zu verfolgen: nicht nur die bekannten öffentlichen Auftritte (die eher kurz dokumentiert werden), sondern in erster Linie das Geschehen vorher, nachher und drumherum. Die Bahnfahrten, die Atlantik-Überquerung im Sportboot, die Begrüßungen, ihre Reaktionen auf die Reaktionen der Politiker, den Streit mit dem Vater über ihren Perfektionsdrang und die Ernährung.

Diese Einblicke in das Erleben dieser “Berühmtheit” ist extrem berührend. Wir sehen keinen geltungssüchtiger Jung-Promi, sondern einen jungen Menschen, der ganz offensichtlich und subjektiv unvermeidlich an der Ignoranz und Widersprüchlichkeit der Welt der Erwachsenen verzweifelt. Und mit genau dieser Verzweiflung sieht Greta sich in der Verantwortung, anstelle der eigentlich zuständigen Politiker und Wirtschaftsbosse für die Rettung der Lebensgrundlagen unseres Planeten einzutreten.

Es zerreißt einem fast das Herz, wenn man den Kontrast zwischen diesem noch sehr kindlichen Körper und der betonschweren Bürde wahrnimmt, die auf diesen schmalen Schultern lastet.
Er erscheint absolut glaubhaft, wenn Greta deutlich macht, dass sie lieber ein ganz normales unauffälliges Teenie-Leben führen würde – wenn nur die zuständigen Menschen endlich den Wissenschaftlern glauben und ihren Job machen würden.

Natürlich wird auch deutlich, dass Greta kein ganz “normales” Mädchen ist. Sie spricht selbst kurz über ihre Asperger-Erkrankung (eine leichte Form des Autismus).
Man kann diese Krankheit als persönliche Tragik ansehen oder als Glück für die Menschheit: Ohne diese unerschütterliche, fast zwanghafte Konzentration auf dieses eine Thema, ohne diese schonungslose Konsequenz in der Verfolgung des als existenziell-bedeutsam erkannten Zieles, ohne diese Fähigkeit, (fast) alles andere als unbedeutend auszublenden (außer der Beziehung zu ihren Tieren) – ohne das alles hätte es wohl die Fridays-for-Future-Bewegung nicht gegeben.

Wer nach dem betrachten dieses Films noch davon schwafelt, dass diese Greta ja nur ein durchgedrehtes Kind, eine publicity-süchtige Influencerin oder eine ferngesteuerte Marionette grüner Systemverändern (z.B. ihrer Eltern) wäre, der hat sich als Gesprächspartner disqualifiziert.

Insofern ist dieser Film gerade dadurch so aufklärerisch, dass er kaum “neutrale” Informationen anbietet. Er überlässt Reaktionen und Bewertungen ganz den Zuschauern.
Ich rate dazu, sich dieser Herausforderung zu stellen (abrufbar in der ARD-Mediathek).


“Eines Menschen Flügel” von Andreas ESCHBACH

Bewertung: 3 von 5.

Ja, der Name ESCHBACH zieht immer noch bei mir; daher habe ich mich – mit leichtem Bedenken (wegen der Enttäuschung über Quest) – diesem jüngsten Mammutwerk von fast 1300 Seiten zugewandt (als Hörbuch, Dauer 44 Std.).
Ich habe letztlich durchgehalten und kann deshalb hier über das ganze Buch schreiben.

Wir haben es mit einer Mischung zwischen einer Fantasy-Story und einem Science-Fiktion-Roman zu tun. Der Kern des Plots beruht darauf, dass eine technologisch weit entwickelte Gesellschaft von “Ahnen” die Basis für die spezielle Welt geschaffen hat, die Schauplatz dieses monumentalen Romans ist. Dieser Planet beheimatet die (tatsächlich auf Riesen-Bäumen lebende) Flügel-Menschen, mit deren Alltagsleben und schicksalhaften Wendungen der Leser/Hörer eine nicht unbeträchtliche Zeit seines Lebens verbringen kann – wenn er sich denn auf dieses Buch einlässt.

Angeboten bekommt man eine komplette Alternativwelt, die in allen erdenklichen Feinheiten beschrieben und ausgeschmückt wird. Der Autor scheut tatsächlich keine Mühen, einen Kosmos zu entwerfen, in dem auf der einen Seite so ziemlich alles anders ist (Pflanzen, Tiere, Klima, Technologie) – wo es aber andererseits in sozialen und emotionalen Bereichen meist menschlich, allzu menschlich, zugeht.
Es geht also – kurz gesagt – um die bekannten Ur- und Standardthemen wie Liebe, Loyalität, Konkurrenz, Heldentum, Familientraditionen, usw.

Konkret werden ein knappes Dutzend von Hauptfiguren für eine Reihe von Jahren begleitet. Da sich diese Protagonisten in verschiedenen Bereichen dieses Planeten (fliegend) bewegen und dort in unterschiedliche Konstellationen und Herausforderungen verwickelt sind, entsteht nach und nach ein Netzwerk von Handlungssträngen, die Raum für etliche Nebengeschichten geben, aber immer wieder mal zusammenfinden.

Es gibt also jede Menge Figuren und jede Menge Handlung; gibt es auch eine Botschaft?
Das Meta-Thema hat – welch Wunder – einen Zeitgeist-Bezug: Ist es sinnvoll, notwendig und möglich, den Drang der Menschen nach wissenschaftlicher und technologischer Weiterentwicklung zu begrenzen – um so die allzu bekannten Risiken zu vermeiden? Wäre eine (Selbst-)Beschränkung auf die menschlichen Grundbedürfnisse die Alternative zu einer immer hektischeren, militanteren und gierigeren Welt, in der irgendwann eben doch nur noch Macht und Geld zählen?
ERSCHBACH lässt diese Fragen eher im Hintergrund mitlaufen; ein pädagogischer Zeigefinger ist selten zu spüren.

Die Stärke dieses Buch liegt klar auf der Hand: Es steckt eine schier unfassbare Fleißarbeit in den Details! Das fängt an mit dem Erfinden von (gefühlt) Hunderten Namen an (für Menschen, Tiere, Pflanzen, Medizin, usw.), betrifft insbesondere die Ausgestaltung der baumlastigen Flug- und Flügelwelt und reicht in die geschichtlichen Zusammenhänge auf den verschiedenen Zeitebenen.
Geschaffen und ausgesponnen wird ein kleines Universum mit Mythen, Regeln, Gewohnheiten und Alltag. Viele Begrifflichkeiten werden liebevoll “übersetzt”, viele Details werden fantasievoll erfunden.
Vor dem Hintergrund der Fremdartigkeit zeichnen sich die menschlichen Grundthemen (s.o.) um so deutlicher ab.

Die Frage, die sich stellt: Wer braucht 1300 Buchseiten über eine Alternativwelt, um sich letztlich mit Fragen zu befassen, die auch unser Leben und unseren Planeten betreffen?
Nun – das Buch ist für (wohl eher jüngere) Menschen geschrieben, die gerne eintauchen in fremde Welten und fremde Lebensläufe. So ein Buch – zu schreiben und zu lesen – ist nur zu rechtfertigen, wenn es nicht vom Output her betrachtet wird, sondern das Einlassen selbst als “selbstgenügsames Schwelgen” zelebriert werden soll. So ein Buch braucht eigentlich kein Ende – denn jedes Ende nimmt dann letztlich doch den Zauber weg und führt zurück in den schnöden Alltag.

Ich staune immer wieder, dass zwar viele Ideen in solche Fantasy-Science-Fiktion-Stories einfließen, dass aber so wenig davon bei den gesellschaftlichen, sozialen und psychologischen Ebenen ankommt. Irgendwann geht es dann doch um geheime Bruderschaften und um machtgeile Herrscher, die mit futuristischen Waffen das Universum unterjochen. Liegt es wirklich an den biologischen Grundstrukturen des Menschen, dass sich diese Klischees nicht überwinden lassen oder fehlt es dann an bestimmten Stellen doch an der Fähigkeit zum “ganz anders Denken”?

Letztlich hat mich ESCHBACH mit diesem Roman dann doch nicht gepackt bzw. überzeugt; ich brauche eine solche Fantasy-Dröhnung einfach nicht. Vielleicht warte ich einfach mal ab, ob er sich nochmal einem anderen Genre zuwendet.

“Der große Schneidewind / Rock- und Popgeschichten” von Günter SCHNEIDEWIND

Bewertung: 3.5 von 5.

Ein paar Jahrzehnte eigene Rock-Biografie sollte man schon auf dem Buckel haben, wenn man sich einem Buch voller Rückblicke auf über 50 Jahre Musikgeschichte zuwendet. Ansonsten ist es von vorneherein verlorene Zeit.

Der Radio-Moderator und Musikjournalist SCHNEIDEWIND beschreibt in diesem Buch Begegnungen mit insgesamt 25 bekannten, teilweise auch weltberühmten Musikern bzw. Bands, die er im Auftrag des SDR/SWR im Laufe von ca. 20 Jahren interviewte. In diese illustre Reihe gehören auch solche Ikonen wie Paul McCartney, David Bowie, Carlos Santana, die Rolling Stones, u.v.a.

Dargeboten werden jeweils nicht die Interview-Texte, sondern ein Stimmungsbild der Gesamtsituation. Es geht oft auch um die Anbahnung des Kontakts, die Bedingungen vor Ort, das Auftreten der Musiker und ihres Gefolges – aber auch um die eigene Befindlichkeit des Autors und die emotionale Atmosphäre des Gespräches.
Eingebettet sind diese Schilderungen in Informationen über die jeweiligen Künstler, ihre musikalische – z.T. auch persönliche – Entwicklung und ihren kommerziellen Erfolg.

Geprägt – und eingeschränkt – wird dieser breitgefächerte Einblick in die Musikpromi-Welt durch einen vorgegebenen zeitlichen Rahmen: SCHNEIDEWIND ist in der DDR geboren und erst nach der Wende (1990) in seinem neuen Tätigkeitsfeld gelandet. Das führt dazu, dass er mit den Stars, die überwiegend in den 60igern und 70igern gestartet sind, überwiegend im Vergangenheits-Modus unterwegs ist. Oder anders gesagt: Seine Motivation ist aus der Vergangenheit gespeist; die Musiker sind aber zum größten Teil daran interessiert, ihre gerade aktuellen Aktivitäten zu thematisieren und zu vermarkten. Zwar gelingt es dem Autor, dem Leser seine bis in die Jugendzeit zurückreichende Begeisterung gegenüber seinen Gesprächspartnern zu vermitteln, aber oft scheint die Tatsache der “leibhaftigen Begegnung” bedeutsamer zu sein als der tatsächliche Inhalt der Gespräche.

Die einzelnen Kapitel haben einen recht unterschiedlichen Charakter. Offensichtlich waren nicht alle Begegnungen gleichermaßen ergiebig bzw. bedeutsam aus Sicht des Autors. Gelegentlich steigern sich die Gespräche in biografische Feinheiten hinein, die für den normalen Musikliebhaber nur von bedingtem Interesse sind.

Was bedeutet das unter Strich?
SCHNEIDEWIND schafft es auf der einen Seite, eine ordentliche Portion Nostalgie aufzutischen – Erinnerungen an die Zeit, in der die berühmten Rock- und Popgrößen noch unerreichbare Idole waren. Seine musikalische Expertise ist ohne Zweifel anregend. Auch ist es durchaus informativ, die Entwicklung der Musiker(karrieren) im Rückblick zu betrachten.
Trotzdem leidet das Buch unter der Tatsache, dass praktisch alle Gespräche ein bis drei Jahrzehnte “zu spät” geführt wurden – eben nicht in der Zeit, in der auch die Musik entstanden ist, um die die ganz Zeit es geht. Es handelt sich in gewisser Weise um eine doppelte Rückschau: Der Autor blickt auf Begegnungen zurück, in denen Musiker auf ihre “große Zeit” zurückschauen.
Das macht die Sache stellenweise doch etwas mühsam…

Letztlich ist es ein Buch für eingefleischte Fans, die dann vielleicht aus jeder Zwischenbemerkung etwas ziehen können und für jeden persönlichen Einblick in die Welt ihrer Lieblingsmusiker dankbar sind.
(Ich gebe 3,5 von 5 Sternen)

“Der Untergrund des Denkens” von Philipp HÜBL

Bewertung: 4 von 5.

Der Philosoph HÜBL hat im Jahr 2019 mit dem Text “Die aufgeregte Gesellschaft” eine extrem intelligente und anregende Gesellschaftsanalyse vorgelegt. Da mich die Fragen rund um Gehirn und Bewusstsein gerade sehr beschäftigen, wollte ich seine Ausführungen (von 2015) zum Themenkreis “Unbewusstes” nicht länger links liegen lassen.

HÜBL bietet einen sehr breit angelegten Blick auf die komplexen Zusammenhänge zwischen den biologischen Vorgängen unter unserer Schädeldecke und all den vor-, halb-, un-, unter- und vollbewussten Prozessen, die uns – unser Denken, unser Ich-Gefühl und unsere Identität als selbstreflexive Wesen – bestimmen, ausmachen und prägen.

Der Autor nimmt sich gleich ein ganzes Potpourri an sperrigen Fragestellungen vor, die jede für sich ganze Bücher füllen könnten (und auch gefüllt haben): Nach Begriffsklärungen und -abgrenzungen rund um das Unbewusste und der Beschreibung seiner methodischen Herangehensweise geht es um Intuition, Aufmerksamkeit, Verdrängung, unterschwellige Wahrnehmung, den Zusammenhang von Sprache und Denken, die Kraft und Grenze der Vernunft, Willensfreiheit, Selbsterleben – und vieles mehr.
Immer wieder schlägt HÜBL dabei eine Brücke zwischen Experimenten bzw. Befunden der Hirnforschung und philosophischen bzw. psychologischen Konzepten.

HÜBL positioniert sich in diesem unübersichtlichen und umstrittenen Feld ziemlich klar: Er verteidigt – grob gesagt – die geisteswissenschaftliche Sicht vom Menschen (als weitgehend autonomes Wesen) gegenüber den (naturalistischen) Sichtweisen der Hirnforscher, die in der Aktivität unserer neuronalen Netze nicht nur das Korrelat zu unseren kognitiven Fähigkeiten sehen, sondern auch deren primäre Ursache. Entsprechend tritt HÜBL voller Überzeugung und Inbrunst Überlegungen entgegen, dass unser Bewusstsein und die in ihr erlebte Selbstbestimmtheit nur eine (nützliche) Illusion darstellen könnten.
Aber auch anderen gewichtigen Theoriegebilden widerspricht HÜBL entschlossen – immer dann, wenn sie antreten, die Rolle von Vernunft und bewusstem Entscheiden zu schmälern. Dabei ist es im relativ egal, ob seine Kontrahenten Sprachwissenschaftler, Sozialpsychologen oder Psychoanalytiker sind.

Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass sich HÜBL wie ein engstirniger Fanatiker gebärdet; keineswegs. Der Autor ist verbindlich im Ton und argumentiert auf der Basis eines unglaublich breiten Wissensfundamentes (das Literaturverzeichnis umfasst nahezu 50 Seiten).
Aber trotzdem: Seine Gewichtungen und Schlussfolgerungen lassen sich nicht immer eindeutig aus der dargestellten Fakten- und Theorielage ableiten. Stattdessen beschleicht dem Leser doch hin und wieder das Gefühl, dass es die Überzeugungen des Autors sind, die letztlich den Ausschlag geben.
So verläuft beispielsweise die argumentative Auseinandersetzung mit der ausdifferenzierten, neurophysiologisch basierten Bewusstseins-Theorie von METZINGER doch ein wenig oberflächlich. HÜBL ist auch mit solchen schwergewichtigen Gegenperspektiven erstaunlich schnell fertig.

Was bleibt ist ein anregender und informativer Rundflug über die Weiten der kognitiven Welten des Menschen. Es sind spannende und ungewohnte Perspektiven, die HÜBL in diesem Buch zusammenträgt und es zeichnet ihn auch diesmal aus, dass er die Grenzen zwischen den Disziplinen souverän ignoriert.
An manchen Stellen hätte man sich eine Gegenrede gewünscht – von den Forschern und Theoretikern, die der Autor (vielleicht ein wenig zu selbstbewusst) in die Schranken weist.
Für mich bleibt HÜBL ein spannender und lehrreicher Wissensvermittler. Dass er auch ein (sympathischer) Überzeugungstäter ist, spricht durchaus nicht gegen ihn.

Amerikanischer Patriotismus

Nach der Betrachtung der Auftritte von Biden und Harris auf der Siegesfeier in der letzten Nacht gehen mir verschiedene Dinge durch den Kopf. Da ist Erleichterung, da ist Empathie und Rührung – aber da ist auch ein gewisses Fremdheitsgefühl angesichts der massiven Beschwörung des typisch amerikanischen Patriotismus und dem starken Bezug auf Gott.

Ich neige dazu, dem mit Verständnis und Toleranz zu begegnen.
Es ist in dieser Phase unbedingt notwendig, die tiefen Gräben zwischen den Menschen zu beseitigen. Dazu muss es gemeinsame – auch emotionale – Bezugspunkte gegen. Eine realistische Alternative zu der gemeinsamen Identifikation mit der Nation (“wir sind Amerikaner”) und der Religion ist kaum denkbar.

Angenehm ist, dass sich dieser Apell an den Nationalstolz gegen niemanden wendet. Zwar werden die grandiosen Möglichkeiten eines vereinten Amerikas in allen Farben des Regenbogens ausgemalt, aber eben nicht im Kontrast zum Rest der Welt.

Amerikaner haben jede Menge Grund, nicht stolz zu sein – auf ihr Land, auf ihre Geschichte, auf die letzten vier Jahre. Aber wenn der momentane Stolz auf die Überwindung des abstoßenden Trump-Systems die Grundlage für einen echten Stimmungswechsel bilden kann, so sei er ihnen gegönnt.

Möglicherweise sind die “weichen” Botschaften, die demonstrative Veränderung der Umgangsformen und des Stils, tatsächlich als Signal an die Welt bedeutsamer als die ein oder andere politische Entscheidung. Wenn sich eine zweite “Obama-Mentalität” ausbreiten sollte, dann verändert sich die internationale öffentliche Meinung ganz sicher zu Ungunsten der Autokraten.
Auf Einladung zu Dialog und Kooperation lässt es sich viel schlechter eskalieren und polemisieren als auf schroffe Provokationen und dem Pochen auf Egoismus.

Von mir aus sollen die Amis baden in ihrem positiven Patriotismus – wenn er sich so total anders anfühlt als die letzten vier Jahre.
(Und dass Gott und Familie in den USA so unverzichtbar sind, nehme ich dann auch gerne in kauf).

“Der Datenschutz ist unantastbar. Ihn zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt” (Grundgesetz Art. 1 – in der Fassung von 2020)

Wir leben in einer total verrückten Welt – das ist vielleicht nicht unbedingt eine neue Erkenntnis. Deutschlands Umgang mit der Corona-Epidemie schreibt dazu jedenfalls gerade ein neues Kapitel.

Kein Mensch kann mir erklären, warum wir als Gesellschaft bereit sind, alle möglichen verbrieften Grundrechte (in einer Talkshow wurde die Zahl 19 genannt) zugunsten des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung einzuschränken – nicht aber das Recht auf “Informationelle Selbstbestimmung”.
Damit ist der Datenschutz offenbar zu einer Mega-Norm aufgestiegen, an dem vorrangig die Grundsatzfrage “sind wir eine freie Gesellschaft?” festgemacht wird.
Diese Irrationalität kostet uns Milliarden von Euro und Menschenleben.

Bin ich jetzt den Verschwörungstheoretikern in die Hände gefallen?

Nein, die Zusammenhänge sind klar und für jede/n nachvollziehbar:
Eine verpflichtende App, die nachgewiesene Infektionen bzw. Kontakte zu Infizierten automatisch an die Gesundheitsbehörden melden würde, könnte einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung leisten. Infektionsketten könnten schneller und sicherer nachverfolgt und unterbrochen werden. Vermutlich wäre die Ausbreitung schon im Sommer weitgehend gestoppt worden.
Entsprechende Beispiele gibt es im asiatischen Raum.

Die geradezu wahnhafte Angst der Deutschen um den Missbrauch ihrer Corona-Daten steht im diametralen Gegensatz zu dem sonstigen Umgang mit personenbezogenen Daten. Google & Co lassen grüßen.
Aber da sind ja nur Konzerne – und nicht der “böse” Staat mit seinen “Big-Brother”-Allüren…

Komischer Weise wollen wir alle von diesem Staat gerettet werden, gesundheitlich und finanziell. Nur darüber, ob er den Virus effektiv nachverfolgen kann, möchten wir nach Gutdünken, nach einem diffusen Freiheits-Gefühl, entscheiden.

Ich wage die Vorhersage: Wenn man in 10 oder 20 Jahren auf diese Zeit zurückblicken wird, dann wird es die Datenschutz-Neurose sein, die am meisten Unverständnis auslösen wird.
Vermutlich wird es die teuerste Neurose aller Zeiten werden…

Mit wunden Fingerkuppen

sitze ich seit vier Tagen vor meinem Smartphone und warte auf die erlösende (Zwischen-)Nachricht, dass zumindest zahlenmäßig eine Klarheit erreicht wurde.
So schlimm war es noch nie…

Selbst ein Bundeskanzler Merz würde mich nicht so bedrohen wie vier weitere Jahre Trump. Ich will es einfach nicht! Es geht irgendwie um die ganze Welt, es geht aber auch um vier Jahre meines Restlebens.
Ich möchte in dieser Zeit Zeuge einer – zumindest in Grundzügen – positiven Entwicklung sein: es soll um Anstand, Kooperation und Nachhaltigkeit gehen.
Es darf einfach nicht sein, dass wegen ein paar Zehntausend Trump-Fans zu viel die globaler Politik noch jahrelang durch Machogehabe, Egoismus und Ignoranz im wichtigsten Land des Westens geprägt wird.

Selbst wenn die Grundzüge der amerikanischen Politik und Wirtschaft sicher auch unter Biden nicht verändert werden: Es darf einfach nicht das Signal an die Welt geben, dass sich diese Form von Charakterlosigkeit und Selbstbezogenheit als erfolgreiches Modell der “demokratischen” Welt stabilisiert.

Ich möchte, dass die Putins, Erdogans, Bolsonaros, Orbás und Jingpins in den nächsten Jahren nicht weiter entspannt mit dem Finger auf die USA und den Westen zeigen können.

Es ist absolut bedeutsam, ob sich die USA zum Kampf gegen die drohende (schon stattfindende) Klimakatastrophe bekennt.

Daher werde ich heute so oft und so lange über mein Smartphone-Display wischen, bis die Biden-Zahl die 270 erreicht bzw. überschritten hat. Und dann will ich sie weiter Richtung 300 wachsen sehen – aber das brauche ich dann nicht mehr minütlich zu verfolgen…

Bitte schont meine Fingerkuppen!

“Ruth Bader Ginsburg” von Helena Hunt (Hrsg.)

Bewertung: 4 von 5.

Die 1933 geborene Juristin, zuletzt Richterin am Obersten Gerichtshof der USA, ist im September 2020 gestorben. Dieser Umstand hat aus zwei Gründen auch internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Einmal war Ginsburg in Amerika eine hochgeschätzte und verehrte Symbolfigur für den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit, zum anderen war ihr Tod die Basis eines umstrittenen Nachbesetzungsverfahrens in den letzten Monaten der Amtszeit von Donald Trump.

Dieses Buch besteht fast ausschließlich aus – meist eher kurzen – Zitaten, die aus ihren Reden, Aufsätzen und Urteilsbegründungen zusammengetragen und – nach bestimmten Kategorien geordnet – dargeboten werden.
Erklärtes Ziel der Herausgeberin ist es somit, diese beeindruckende und couragierte Frau, eine Ikone für das liberale Amerika, für sich selbst sprechen zu lassen.
Ergänzt wird diese Zitatensammlung nur durch einen kurzen historischen Abriss ihrer privaten und beruflichen Biografie. Als Besonderheit sticht dabei hervor, dass den Stationen dieses Lebenslaufes auch eine Reihe von besonders bedeutsamen Gerichtsverfahren zugeordnet werden. Auch an diesem Punkt wird noch mal deutlich, dass Ginsburg nicht nur eine sehr besondere Karriere in einem extrem männerdominierten Bereich der Gesellschaft durchlaufen hat, sondern eben auch Rechtsgeschichte geschrieben hat: Sie hat durch ihre Haltung und ihre Arbeit Amerika zu einem anderen, zu einem gerechteren Land gemacht – nicht nur, aber besonders für seine weiblichen Bürger.
Dass Ginsburg keine fanatische Feministin war, sondern Ungerechtigkeit und Diskriminierung in einem umfassenden Ansatz bekämpfen wollte und bekämpft hat, hat ihren Einfluss sicher noch zusätzlich vergrößert.

Das Bild von Ginsburgs Leben und Schaffen setzt sich in diesen kurzen Textausschnitten mosaikartig zusammen. Es gibt keinen verbindende oder erklärende Begleitung, niemand führt einen durch Themen und Stationen.
Trotzdem entsteht nach und nach ein recht plastisches Bild dieser Person.
Das liegt vor allem daran, dass die Zitate inhaltlich sehr breit gestreut sind und durchaus auch sehr persönliche Informationen (über Familie, Erkrankungen und Ideale) beinhalten.
Extrem beeindruckend sind vor allem die Passagen, in denen Ginsburg die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen schildert, mit denen sie in den ersten Jahren und Jahrzehnten auf dem mühsamen Weg durch Universitäten, Anwaltskanzleien und Gerichte konfrontiert war. Es wird immer wieder ersichtlich, welcher Mut, welcher Idealismus und welche Zähigkeit notwendig waren, in dieser erstarrten, konservativen und z.T. frauenverachtenden Männerwelt zu bestehen – auch bei noch so viel Kompetenzen und Erfolgen.
Dass dabei auch private Schicksalsschläge zu verkraften waren, macht die Geschichte dieser Frau noch berührender.

Dieses Buch muss man nicht an einem Stück lesen. Es ist eine Fundgrube und sicher auch eine Ermutigung bzw. Inspiration für Menschen (sicher besonders für Frauen), die Interesse an dieser herausragenden Persönlichkeit haben oder Beispiele für die Rolle der Justiz bei der Weiterentwicklung einer Gesellschaft suchen.

Sicher gibt es auch Leser/innen, die eine ausformulierte (Auto-)Biografie vorziehen würden und die vorgelegte Zitatensammlung eher als eine Art “redundantes Stückwerk” erleben würden. Man sollte schon wissen, worauf man sich mit diesem Buch einlässt.

Menschen und Juristen/Juristinnen wie Ginsburg werden weiterhin dringend gebraucht. Nicht nur, aber auch nicht zuletzt in den USA.

“Die Macht der Clans” von Thomas HEISE und Claas Mayer-HEUER

Bewertung: 4 von 5.

Clan-Kriminalität ist zu einem Aufreger-Thema geworden – nicht an erster Stelle, aber doch mit spürbar wachsender Bedeutung. Es gibt inzwischen einige Spezialisten, die es in dem gut abgeschirmten Bereich der Großfamilien-Systeme zu erstaunlicher Expertise gebracht haben. Die beiden Autoren dieses Buches, beide erfahrene Journalisten, gehören ohne Zweifel dazu.

Zwischen einer allgemeinen Einleitung in die Thematik – insbesondere ihre Entstehungsgeschichte – und einem kurzen Ausblick auf die Zukunft bietet das Sachbuch vor allem Eines: Jede Menge konkrete Beispiele, penibel recherchiert unter intensiver Nutzung polizeilicher Ermittlungsakten.

Tatsächlich besteht die eigentliche Leistung des Buches darin, abstrakte Erkenntnisse zu den Strukturen, Machtverhältnissen und Funktionsweisen der bekanntesten arabisch-stämmigen Clans in personengebundene Geschichten zu übersetzen. Es werden jede Menge Namen genannt, Verwandtschaftsverhältnisse dargelegt, Vorstrafenlisten aufgerollt und Vermögensverhältnisse offengelegt. Teilweise werden die (kriminellen) Lebensläufe der Clan-Größen über über viele Jahre hin beschrieben, angefangen mit Jugendstraftaten bis hin zum Beherrschen ganzer Stadtviertel.

Geschaut wird auch auf die andere Seite, auf die Anstrengungen des Staates und seiner Behörden, dem kriminellen Treiben Einhalt zu gebieten. Hier halten die Autoren ihre Enttäuschung – manchmal wohl auch Fassungslosigkeit – nicht hinter dem Berg.
Sie beschreiben das anfängliche Versagen bei der Aufgabe, die (bevorzugt aus dem Libanon) stammenden Flüchtlinge bzw. Asylbewerber zu integrieren; diese Herausforderung stellte sich bereits in den 80er-Jahren.
Was dann in den nächsten 30 Jahren angesichts stetig wachsender Probleme passierte, wird als eine toxische Mischung von Ignoranz, Verdrängung, Feigheit, political correctness, Multi-Kulti-Naivität, Justizversagen und Resignation dargestellt.
Inzwischen – so sind die Autoren überzeugt – werde zwar die Größenordnung der Misere erkannt, für eine nachhaltige Lösung könnte es aber schon fast zu spät sein.

Das Buch baut zwar auf einer enormen Faktenmenge auf, den Autoren geht es aber ganz eindeutig darum, eine Botschaft zu vermitteln und Einfluss zu nehmen. Sie sind keine neutralen Berichterstatter, sondern legen ganz bewusst – und immer wieder auch süffisant – den Finder in die Wunde. Es regt sie auf, dass sich unser Staat vorführen lässt von der offen zur Schau gestellten, auf extremer Familienloyalität und Gewaltbereitschaft basierender Parallelmacht. Und so führen die beiden Journalisten unseren Staatsapparat vor: seine Trägheit, seine grenzenlose Toleranz, seine Inkonsequenz, seine Schwäche.
Sie werden beispielsweise nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Menschen mit dicken Autos und einem aufwändigen Lebenswandel weiter unbeirrt Sozialleistungen abgreifen, dass Gerichte in einer geradezu absurden Weise Strafverfahren einstellen bzw. skandalös milde Urteile aussprechen und dass auch bekannte und gemeingefährliche Serienstraftäter letztlich nicht abgeschoben werden (können).

Wenn den Autoren etwas gelingt, dann Folgendes: Sie machen sehr konkret deutlich, dass die von uns so geschätzten Freiheitswerte zu Regelungen (bei Asyl, Sozialleistungen, Strafrecht und Datenschutz) geführt haben, die auf der Voraussetzung basieren, dass die von ihnen betroffenen Menschen eine Art minimale Identifikation oder Grundsolidarität mit unserem Gemeinwesen empfinden. Wenn genau dies aber nicht der Fall ist, weil abgeschottete Parallelgesellschaften mit einem archaischen Rechts- und Ehrverständnis den Staat ausschließlich als Melkkuh betrachten – dann läuft unsere Liberalität ins Leere und wird letztlich verachtet und verlacht (nach dem Motto: “Wie soll man einen Staat respektieren, der so mit sich umgehen lässt?”).

Letztlich machen die Autoren so auch etwas deutlich, was sie an keiner Stelle aussprechen: Das Staatsversagen gegenüber den kriminellen Machtstrukturen ist durchaus ein Faktor, der Politikverdrossenheit und Populismus schürt. Das Weggucken und das Wegducken der staatlichen Ordnung wird von den Menschen als ungerecht und skandalös erlebt. Wer selbst mit dem Sozialamt zu tun hat, will es einfach nicht hinnehmen, dass stadtbekannte Drogendealer oder Bordellbesitzer und ihre zahlreichen Familienmitglieder jeden Monat Stütze von einem hilf- und zahnlosen Staat kassieren. Wer wundert sich da noch über die Buch-Verkaufszahlen eines gewissen Herrn Sarrazin und die Wahlerfolge einer bestimmten Partei?!

Man kann sich daran stören, dass es immer wieder die gleichen Abläufe sind, die da erzählt werden. Man kann sich fragen, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn es bringt, in den verschiedenen Clans all die Straftaten und (oft fehlenden) Verurteilungen aufzuzählen. Man kann sicher auch kritisieren, dass die Autoren mit mancher Formulierung auch bewusst “Stimmung machen”, also mit Emotionen spielen. Es gibt auch eine Prise “Reißerisches” in der Darstellung.
Ich hätte mir ein wenig mehr grundlegende Analyse und etwas weniger “Sex and Crime” gewünscht, insgesamt noch ein wenig mehr Sachlichkeit. Denn die Situation spricht eigentlich für sich selbst und bräuchte kein sprachliches Aufheizen.

Unterm Strich wurde hier ein sehr informatives Buch vorgelegt, das insbesondere Lerser/innen ansprechen wird, die gesellschaftliche Fragestellungen gerne auf der Ebene von Einzelfällen und -schicksalen vermittelt bekommen.
Nach diesem Buch kann wohl niemand mehr ernsthaft behaupten, dass die ganze Problematik nur hochgeredet würde. Wer das tatsächlich (noch) denkt, sollte dieses Buch lesen.

The Day Before

Die meisten historischen Momente bekommen ihre Wertung nachträglich zugeschrieben – weil sie einfach passieren (z.B. der Mauerfall oder 9/11).
Die gerade stattfindende Wahl in den USA ist ein historisches Ereignis mit Ansage: Das Ergebnis kann das Schicksal unserer und der nächsten Generation entscheidend beeinflussen.

Ist das nicht eine Übertreibung? Ich glaube nicht!

Eine Wiederwahl Trumps würde die Chancen schwächen, der drohenden Klimakatastrophe entgegenzutreten. Sie würde das politische und moralische Klima in Amerika und weltweit negativ beeinflussen und internationale Kooperation erschweren. Sie wäre ein Triumph für Egoismus und Charakterlosigkeit, für Lügen, Inkompetenz und Wissenschaftsfeindlichkeit.
Dieser Mann könnte in den nächsten vier Jahren Entscheidungen fällen und verhindern, die viele Millionen anderer Menschen mit noch so vielen Bemühungen nicht ausgleichen könnten.

Es ist nicht auszuschließen, dass die USA in den nächsten Tagen und Wochen in ein Chaos von Konflikt und Gewalt geraten. Damit wäre niemandem gedient, aber vielen geschadet. Auch wenn man Amerika nicht besonders mag – man sollte diesem Land eine solche Situation nicht wünschen.

Es gibt nur eine Variante, die so etwas wie eine echte Trendwende zum Positiven beinhalten könnte: Die Demokraten brauchen einen glasklaren Sieg – so eindeutig, dass der Schock darüber die aufgeheizten Trump-Fanatiker zum Schweigen bringt.

Ich bin kein naiver Biden-Fan. Es ist traurig, dass dieses große Land keine andere Führungspersönlichkeit zu bieten hat. Auch ich weiß, dass die Probleme Amerikas über die Person Trump hinausreichen. Aber im Moment kann man nur hoffen, dass es einen ersten Schritt in eine positive Richtung gibt.

Es ist kein theoretisches Interesse, mit dem ich dem nächsten Morgen entgegensehe. Ich fühle mich persönlich beteiligt. Vermutlich werde ich in der Nacht irgendwann Smartphone oder TV einschalten.
Ein bisschen Angst habe ich vor diesem Moment…