“Wie fühlst du dich?” Von Axel HACKE

Bewertung: 4 von 5.

Auch wenn es ein kleines Format hat: Das Buch des bekannten Autors und Kolumnisten Axel HACKE ist mehr als ein erweitertes Essay. Es ist eine informative und abwechslungsreiche Reise durch die Gefühlswelten einer verunsicherten Gesellschaft im permanenten Krisenmodus.

Der Autor wechselt zwischen eher allgemeinen Betrachtungen zur “Gefühlslage der Nation” und der konkreten Analyse einzelner (insgesamt 12) Emotionen.
In seinem – bei einer großen Leserschaft beliebten – Stil integriert HACKE Anregungen und Erkenntnisse aus ganz verschiedenen (wissenschaftlichen) Disziplinen, aber auch aus Philosophie und Kultur.
Das Hauptmerkmal seiner Schreibweise liegt wohl in dem Verzicht auf eine (didaktisch oft hilfreiche) Strukturierung seines Textes – so wie man es z.B. aus guten populärwissenschaftlichen Sachbüchern gewohnt ist. HACKE ist eher ein Erzähler: Er plaudert, statt zu dozieren; er assoziiert, statt einer klaren Argumentationslinie zu folgen.

Sein Blick auf die Thematik ist die eines Generalisten.
Da er keine eigene Theorie oder Fachmeinung zu vertreten hat, holt er sich Anregungen aus den verschiedensten Quellen und baut aus den Mosaiksteinchen eine mehr oder weniger klares Bild zusammen. Dabei spielt es für ihn keine so entscheidende Rolle, ob eine bestimmte Sichtweise bzw. Formulierung aktuell noch dem Forschungsstand entspricht. Wichtig ist für ihn eher, ob der jeweilige Aspekt dazu beiträgt, sein Bild abzurunden.

Dabei verschwindet HACKE als Person keineswegs als neutraler Beobachter im Hintergrund: In seiner grundsätzlichen Haltung zu einem demokratischen, liberalen und solidarischen Miteinander wird er immer wieder sichtbar.
Es ist daher auch eine persönliche Betrachtung, in der der Autor auch sich selbst zum Thema macht. So in etwa könnte auch ein sehr belesenes und erfahrenes Familienmitglied über seine Erkenntnisse berichten: zugewandt, anekdotisch und auf dem Weg zur Weisheit.

Es ist eher ein Buch für den Nachttisch – als dass es sich für eine sachbezogene Recherche zu den menschlichen Grundemotionen eignen würde. Die Gedanken, zu denen man als Leser/in angeregt wird, gehen über das jeweilige Detailthema hinaus.
Das Lesen dieses Textes macht auf eine eher allgemeine Art “schlauer”, weil es eher um Zusammenhänge als um Details geht. Als Prüfungsvorbereitung im Bereich “Psychologie der Emotionen” ist es ganz sicher nicht geeignet (und natürlich auch nicht gedacht).

HACKE hat mit diesem leicht zu lesenden Buch einen nützlichen Beitrag zur Erhellung der komplexen Gegenwart geschaffen. Es ist sicher ein schönes Geschenk für nachdenkliche Menschen, die sich gerne auf die hier beschrieben Weise anregen lassen.

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